Verwendung von Urin:


In vergangenen Zeiten wurde Urin im „verdorbenen“ Zustand als Reinigungs- und Desinfektionsmittel verwendet. Heute zeugen noch vielfach architektonische Relikte alter Kulturen davon. So wurden beispielsweise im alten Rom amphorenartige Urinale aufgestellt, um den benötigten Urin zu sammeln. Es existierte zudem eine Urinsteuer die durch Kaiser Vespasian erhoben und durch dessen Sohn aufgrund seines Ekels kritisiert wurde. Überlieferungen zufolge hob der Kaiser im Verlauf dieser Diskussion eine Münze und verkündete „Pecunia non olet“ was frei übersetzt so viel bedeutet wie „Geld stinkt nicht“.

Weit über dieses Zeitalter hinaus wurde vergorener Harn zum Entfetten von Schafswolle sowie zum Beizen von Kupfer verwendet. Das rotgold-glänzende Kupfer verwandelte sich der Korrosion wegen in Türkis-blaues Kupferacetat, Patina. Desweiteren wurde der Urin von Kühen die ausschließlich mit bestimmten Blättern gefüttert wurden zur Färbung von Textilien verwendet. Indischgelb wurde beispielsweise durch verdampfen des Kuh-Urins gewonnen. Menschlicher Urin diente zur Herstellung von (JEANS)Indigoblau. Dazu wurden die Blätter des Deutschen Indigo (lat. (Isatis tinctoria L.) in Kübeln mit Urin vergoren um das Indigo zu lösen und es anschließend in die Faser zu bringen.

Uroskopie (Untersuchung des Harns):
Urin ist eine Flüssigkeit über die verschiedene Substanzen aus dem Körper geschleust werden. Eine Untersuchung lässt Rückschlüsse auf verschiedene Erkrankungen des Urogenitalsystems zu.
Es werden folgende Aspekte bei der Untersuchung berücksichtigt.

Für Untersuchungen wird bevorzugt der Mittelstrahlharn des Morgenurins benutzt, da dieser die enthaltenen Stoffe in größerer Konzentration enthält als tagsüber gewonnener.

• pH-Wert (Säuregehalt)
• Zuckergehalt (Glukose)
• Proteingehalt
• vorhandene Bakterien
• Vorhandene Ketone
• Vorhandene rote Blutkörperchen,
Hämoglobin und weißen Blutkörperchen
• Urinfarbe und Sedimentation.

Einige dieser Parameter können mit einem Teststreifen (pH) getestet werden. Bakterien werden über einen Abstrich auf einem Nährboden kultiviert und nach einer gewissen Inkubationszeit via Keimzahl analysiert. Die festen Bestandteile des Urins können abzentrifugiert und unter dem Mikroskop begutachtet werden. Das Vorhandensein roter bzw. weißer Blutkörperchen und/oder Bakterien kann so überprüft werden. Ebenfalls möglich ist es über den Proteingehalt Aussagen über den Zustand der Prostata zu treffen.

Nachweis von Blut im Harn:
• Entzündung der Niere und /oder Harnwege beispielsweise durch Steine verursacht.
• Verletzungen der Nieren und/oder einer

Nachweis von Proteinen im Harn:
• Diabetes mellitus
• Entzündliche Nierenerkrankungen
• Nierenschädigung aufgrund bestimmter Medikamente (NSA)
• Echwangerschaftsbedingter Bluthochdruck.

Nachweis von Bakterien im Harn:
• Nieren- oder Harnweginfektionen
• Tumorerkrankungen z.B. von Blase oder Prostata

Nachweis von Ketonen oder Zucker im Urin:
• Diabetes mellitus